Ätherische Öle für Dummies – Teil 6

Gewinnungsverfahren

Hier steht dann, mit welchem Verfahren das ätherische Öl gewonnen wurde. Die bekannteste ist wohl die Wasserdampf-Destillation. Ausführlicher findet ihr die Beschreibungen auf der Seite Herstellung ätherischer Öle.

Dennoch einige Anmerkungen hierzu

Wasserdampf-Destillation

Es ist egal, ob die ätherischen Öle in einer einfachen Felddestille in einem offenen Schuppen oder in einer supermodernen Anlage hergestellt werden. Die Qualität richtet sich immer nach dem handwerklichen Können des Destillateurs.

Co-Destillation

Es gibt Pflanzen, die ihren Duft nur in einer Co-Destillation abgeben, dazu gehört z.B. das Mädesüß, Alge oder Brennnessel. Das bedeutet, dass diese Pflanzen zusammen mit einer weiteren Pflanze, z.B. Copaiva oder beliebt bei der Alge ist auch Rosmarin, gemeinsam destilliert werden. Es versteht sich, dass beide Pflanzen auf dem Etikett stehen sollten.

Kaltpressung

Bei der Kaltpressung werden die Zitrusöle gewonnen. Und wieder zum einhunderttausendsten Mal: Die Pestizide bei den Zitrusfrüchten gehen ungefiltert 1:1 bei der Kaltpressung ins ätherische Öl über. Und bei der äußerlichen und innerlichen Anwendung bringt ihr die Pestizide in euren Körper, wenn ihr nicht auf eine bio-zertifizierte Qualität achtet. Wusstet Ihr, dass nur 3 % der weltweit produzierten Zitrusöle bio-zertifiziert sind?

Absolues

Hier wird es immer wieder spannend, wie nett Hersteller hier versuchen, das Lösemittel zu umgehen. Ein solcher Superkandidat ist der Jasmin, dessen Duft sich nicht mittels Wasserdampf-Destillation gewinnen lässt. Hier kommt es zum Einsatz von Hexan, mit denen die Blüten in einem geschlossenen Tank ertränkt werden, da sich in dieser Chemiemasse die ätherischen Öle, Farbstoffe und Wachse lösen. Aus diesem Grund sind die Absolues voller im Duft. Anschließend wird das Hexan mittels einer Alkohol-Destillation herausgefiltert und so steht es dann auf dem Etikett: Alkohol-Destillation. Das ist so nett, denn hier werdet ihr bewusst in die Irre geführt. Der richtige Ausdruck ist Lösemittelextraktion und meist wird auch darauf hingewiesen, dass das Produkt rückstandsfrei von Hexan ist.

Resinoide

Nicht alle Harze lassen sich per Wasserdampf-Destillation, wie z.B. Weihrauch gewinnen.

Denn so mancher Harzbrocken muss entsprechend mit Lösemitteln (Tolubalsam) oder Alkohol (Benzoe Siam) behandelt werden, um aus ihm die ätherischen Öle zu entlocken.

Enfleurage

Dann gibt es noch die Enfleurage – die nirgendwo mehr angeboten wird. Viel zu aufwändig und zu teuer. Allerdings hält Euch niemand davon ab, eure Duftpflanzenblüten selbst zu verarbeiten. Wie ihr eine Enfleurage herstellen könnt, lest ihr hier.

CO 2-Extraktion

Und dann gibt es noch die CO 2-Extraktion, mit denen sich super schöne und vor allem naturgetreue Düfte gewinnen lassen.

Es ist wohl die schonendste Art Düfte zu gewinnen, leider ist das Verfahren sehr teuer. Wie bei der Hexan-Extraktion auch, gehen noch schwerere Moleküle der Pflanzen in den CO 2-Extrakt über, nur ohne Hexan.