Ätherische Öle für Dummies – Teil 8

Das Kleingedruckte

Kennt ihr oder? Wie immer kommt es am Schluss zum Kleingedruckten, das eigentlich niemand liest und doch wichtig ist, weil es noch auf ein paar Kleinigkeiten hinweist, die wichtig sind. Die meisten Infos dazu findet Ihr, wenn Ihr die Etiketten am Fläschchen löst und nachschaut, was sich beim Abziehen der Banderole an Infos noch so verbirgt.

Habt Ihr das schon mal gemacht?

Chargennummer

Für uns interessant ist vor allem die Chargennummer. Denn unter der Chargennummer lassen sich bei den guten Herstellern die Analyseergebnisse des ätherischen Öles abrufen. Die Analyse der Inhaltsstoffe ist etwas anderes als das Sicherheitsdatenblatt von Teil 1.

Denn bei den Analyseergebnissen geht es jetzt um die professionelle Anwendung in der Aromatherapie.

Wer viel an Apotheken, Krankenhäuser, Ärzte, Labore liefert kennt das – es wird die genaue Inhaltsstoffzusammensetzung gefordert, was sich genau an Inhaltsstoffen in dem Fläschchen, das zum Einsatz kommen soll, befindet. Das ist wichtig, dass die Rezeptur hinterher stimmt und sich keine Nebenwirkungen für den Patienten ergeben.

Es ist halt mal ein Unterschied, ob sich in einem Thymian CT Thymol 30 % oder 70 % Thymol befindet und aus was der Rest besteht.

Therapeutische Öle, MLM und der professionelle Einsatz

Deswegen findet hier auch kein professioneller Einsatz von den so nett titulierten „therapeutischen Ölen“ in dieser super Qualität der MLM-Anbieter statt. Ich muss an dieser Stelle sagen, dass ich von diesen Anbietern bisher noch nie ein Sicherheitsdatenblatt oder ein Analyseergebnis über ein ätherisches Öl gesehen habe.

Ich bekomme jeden Monat Angebote um die Super-Öle zu testen, schreibe zurück, dass ich für meine Arbeit Sicherheitsdatenblatt und Analyse des Duftes benötige. Und genau hier setzt „der Totalausfall“ ein und ich höre nie wieder etwas von den netten Wellnessberatern.

Im Gegensatz dazu meine Lieferanten, wo ich nach Abschicken der Mail oder des Anrufes, innerhalb von 20 Minuten Sicherheitsdatenblatt und Analyseergebnis im Postfach habe.

Informationen zur Haltbarkeit und die Sache mit den giftigen Aufdrucken

Hier geht es darum, welche Merkmale der Gesetzgeber, also in unserem Fall die europäische Union für solche Produkte bestimmt hat. Und das gilt ausnahmslos für alle ätherischen Öle, die in der europäischen Union zum Kauf angeboten werden. Es gilt auch für alle Inverkehrbringer von ätherischen Ölen sich an die gesetzlichen Regelungen zu halten.

Sollte eigentlich klar sein, ist es aber nicht!

Um es leicht erklärbar zu machen, gehen wir einfach mal davon aus, wir haben jetzt einen Liter ätherisches Öl und bringen diesen unter Lebensmittelrecht, als Bedarfsgegenstand oder Kosmetikum in den Handel, dann benötigen wir drei komplett unterschiedliche Etiketten für den Gesetzgeber – als Grundlage haben wir unseren Liter ätherisches Öl.

Haltbarkeitsdatum und andere Kleinigkeiten

Unter dem Lebensmittelrecht benötigt unser Liter nun ein Mindesthaltbarkeitsdatum.

Als Kosmetikum den Hinweis in Form eines Piktogrammes, wie lange man das geöffnete Fläschchen verwenden sollte und wie viele Tropfen man max. verwenden darf. Ebenso müssen hier die Allergene, also die Inhaltsstoffe unseres Liters, die Allergien auslösen können und sich in der europäischen Kosmetikverordnung explizit befinden, wie z.B. Linalool, Limonene usw. direkt auf das Etikett gedruckt werden.

Als Bedarfsgegenstand deklariert haben ätherische Öle in der Regel ein höheres Haltbarkeitsdatum bis zu 3 – 4 Jahren und mitunter findet sich auch gar kein Haltbarkeitsdatum auf dem Etikett. Dafür müssen die giftigen Piktogramme und Warnhinweise in Schriftform auf das Etikett.

Die giftigen Piktogramme befinden sich übrigens auch bei ätherischen Ölen im Lebensmittelrecht und Kosmetikum im Sicherheitsdatenblatt (siehe Teil 1).

Füllmenge

Eigentlich sollte klar sein, dass die Füllmenge des Fläschchens aufgedruckt ist. Wieviel ätherisches Öl sich im Fläschchen befindet.

Label und Branding

Klar sollte sein, dass auf dem Etikett die Firmenadresse aufgedruckt sein sollte, die das Fläschchen in den Handel bringt. Das kann der Hersteller sein, also die Firma, die direkt von den Plantagen die ätherischen Öle kauft oder selbst anbaut und abfüllt. Das kann ebenso eine Firma sein, die bei einem Großhändler nur 1 Liter oder weniger ätherisches Öl kauft, abfüllt und anschließend die Flasche unter eigenem Label in den Handel bringt. Ich kenne einige kleine Firmen, die z.B. bei Primavera, größere Mengen an ätherischem Öl kaufen und anschließend unter ihrem eigenem Firmennamen vermarkten.

Damit ist die Serie „Ätherische Öle für Dummies“ abgeschlossen und ihr habt hoffentlich noch den ein oder anderen Impuls erhalten, wo ihr beim Öleinkauf mal genauer hinschaut.

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