Duftwahrnehmung

Die Duftwahrnehmung wurde zuerst in Facebook und Instagramm veröffentlicht. Und jetzt im Blog komplett in allen Teilen zum Nachlesen!

Es geht darum einen Duft, egal ob als ätherisches Öl oder Rauch, zu erfassen und seine individuellen Dufterfahrungen damit zu machen. Ja, es ist aufwändig, allerdings die Grundlage des Wissens jedes Aromaprofis - denn dadurch gewinnen wir unsere Kenntnisse über den Duft und können in Aromaberatungen individueller auf andere Menschen eingehen.

Grundlagen

Die wichtigste Grundlage ist wohl, was habt ihr für einen Duft vor euch stehen?

Notiert also in eurem Dufttagebuch – das nur für einen einzigen Duft – geschrieben wird

a) Die Pflanze

b) Botanischer Name

c) Pflanzenteil

d) Inhaltsstoffe

e) Herkunftsland

f) Bei Verdünnungen, mit was und in welchem Prozentsatz

g) Chemotyp, bei den ätherischen Ölen, wie Thymian oder Rosmarin

h) Was weiß ich über diesen Duft?

i) Was habe ich bisher mit diesem Duft gemacht?

Der Anfang ist etwas Recherche-Arbeit, die hinterher im Gesamtüberblick nochmal vertieft, wenn man einen Blick auf Inhaltsstoffe, Herkunftsland und die Ergebnisse der nächsten Duftwahrnehmungen wirft.

Teil 1 – das bewusste Riechen

Alles, was Du hier benötigst, sind bei den ätherischen Ölen Riechstreifen, die mit dem Namen des Duftes beschriftet werden sollten.

Lass Dir Zeit beim Wahrnehmen des Duftes. 1 Tropfen des ätherischen Öles auf einen Riechstreifen geben. Bei den Räucherpflanzen ein kleiner Teil auf Stövchen oder Kohle geben.

Wie ist der Dufteindruck?

Sanft, harmonisch, intensiv, würzig, stark – es gibt hier viele Beschreibungen.

Konzentriere Dich nur auf den Dufteindruck.

Gegenriechen

Rieche das ätherische Öl direkt am Fläschchen – was ändert sich in der Wahrnehmung?

Gebe etwas vom ätherischen Öl in den Diffuser – was ändert sich in der Wahrnehmung zum Riechstreifen und direkt am Fläschchen riechen?

Bei der Räucherpflanze nimmst Du einen Dufteindruck vom Ausgangsmaterial der getrockneten Pflanze – zum Rauch der Pflanze – was ändert sich?

Wie fühlst Du Dich dabei?

Bei den ätherischen Ölen – in welcher Form ist der Duft für Dich am angenehmsten?

Bei den Räucherpflanzen – in welcher Menge auf Stövchen oder Kohle findest du den Duft gut?

Teil 2 – welche Eigenschaften erkenne ich im Duft?

Nachdem wir den Duft nun sehr bewusst riechen können, versuche zu ergründen, welche Eigenschaften der Duft auf dich hat.

Hebt er deine Stimmung?

Stärkt er dich?

Klärt er den Geist?

Ist er mehr aktivierend oder entspannend?

Macht er dich hibbelig oder lässt er dich zur Ruhe kommen?

Es gibt hier noch viel mehr Assoziationen, wenn dir solche durch den Kopf gehen, aufschreiben!

Mach den Versuch mal zu unterschiedlichen Tages- und Abendzeiten, kommst du zu unterschiedlichen Ergebnissen?

Dadurch lernst du, wie du in vielen unterschiedlichen Situationen selbst bist, ob entspannt, gelassen, gestresst oder wütend – der Duft hier auf dich einwirkt.

Spannend ist, dass wenn du mit anderen gemeinsam solche Übungen machst und dein Dufttagebuch mit andere teilst, man nicht unbedingt auf das gleiche Ergebnis kommt.

Daran kann man gut erkennen, wie Düfte individuell auf uns Menschen einwirken.

Teil 3 – die Form

Ab hier wird es richtig kreativ, das ist wichtig, für zukünftige Mischungen mit dem Duft und auch, wenn du für andere Menschen wohlduftende Mischungen herstellen möchtest.

Wir kennen solche Beschreibungen ja von Wein- oder Whiskysommeliers, die wortgewandt und blumig den Duft und Geschmack beschreiben. Und genau hier setzen wir mit den weiteren Teilen der Duftwahrnehmung an. Wir kommen zur Form.

Welche Form fällt Dir zu diesem Duft ein?

Hat er Ecken und Kanten?

Ist er rund und harmonisch?

Eher tief verwurzelt?

Oder doch eher hoch zum Himmel strebend?

Vielleicht ist er ja auch nur einfach flach und ihm fehlt die Tiefe?

Oder er hat einfach nur eine Spitze, die wie wahrgenommen wird? Ist sie gut oder na ja, geht so?

Die Form bildet das Gerüst mit dem wir Düfte kombinieren können. Denn manchen Mischungen fehlt eine Spitze oder eine Tiefe oder was auch immer. Und dann gibt es noch die Düfte, die einfach so perfekt für uns sind.

Wie ist dieser Duft für dich?

Teil 4 – Musik

Gebt eurem Dufteindruck einen Ton!

Was hört ihr?

Ist es laut, wild, melodisch, harmonisch, leise?

Ist es Klassisch, Blues, Jazz, Schlager, Pop oder eher Heavy Metall?

Oder gar nichts davon? Oder eine andere Musikrichtung?

Oder hört ihr gerade ein ganz bestimmtes Musikstück?

Warum ausgerechnet dieses?

Meist ist es hier ein Aspekt, den der Duft bereits mitbringt. Welcher Aspekt es ist, den gilt es dann zu ergründen.

Es ist manchmal total faszinierend und verrückt, was einem so durch den Kopf geht, wenn man Düfte in Musik packt. Als ich meine spirituellen Meistermischung Lady Nada kreierte, sang sie „All you need is Love“ von den Beatles. Ja, hat mich damals ziemlich geflasht und vom Thema hat es einfach gepasst.

Also, die Duftwahrnehmung lautet: Hört den Duft!

Teil 5 – Farben

Duft ist Farbe, aber das wusstest ihr bereits oder?

Wir verbinden z.B. die Orange mit warmen, roten Farben, ich glaube, da muss man noch nicht einmal an einer Orange riechen. Es gibt Düfte, da bringen wir die Sonne direkt ins Herz und es gibt Farben, die uns einfach auf Abstand gehen lassen.

Welche Farbe hat euer Duft?

Grün, Rot, Gelb, Blau, Weiß, Rosa, Lila, Braun oder gar Schwarz?

Es gibt ja noch soviel mehr Farben und Schattierungen.

Habt ihr eine Farbe zugeordnet, warum habt ihr diesem Duft diese Farbe gegeben?

Wie wirkt die Duftfarbe auf euch?

Wie fühlt ihr euch damit?

Spürt mal in die Farben und den Duft rein.

Teil 6 – Landschaften

Welche Landschaft entsteht vor eurem Auge, wenn ihr den Duft riecht?

Seht ihr Sandstrände, Wälder, Küsten, Berge, Steppe, Regenwald?

Mit was für einer Landschaft verbindet euch der Duft?

Wie ist das Klima dort? Warm, heiß, kalt, stürmisch, regnet es?

Malt es euch richtig aus.

Und dann könnt ihr schon mal vergleichen mit eurer bisherigen Duftwahrnehmung.

Wie passen Farben, Formen, Musik und Landschaften zu eurem Duft?

Gibt es hier schon einen roten Faden zu erkennen?

Spürt intuitiv hinein um die bisherigen Duftwahrnehmungen zu erkunden und analyisieren.

Teil 7 – Spiritualität

Jetzt wird es spirituell. Denn in diesem Abschnitt geht es um die Duftwahrnehmung zu unseren Seelenbildern und tief in unser Innerstes.

Dazu müsst ihr den Duft intensiv wahrnehmen und mit Märchen, Legenden, Sagen und Mythen in Verbindung bringen.

Wohin führt euch dieser Duft?

In die Kindheitstage und zu bestimmten Märchen, Büchern, die ihr damals gelesen habt?

Führt er euch zu indigenen Naturvölkern?

Gibt es bestimmte Zeitepochen, die hier auftauchen? Dies können die antiken Zentren Griechenland, Rom oder Ägypten sein, ihr könnt im Mittelalter landen oder auch in einer komplett fernen Galaxie oder in Atlantis.

Ebenso können Botschaften des Pflanzenspirit aufkommen oder Engelbotschaften oder Botschaften von Elfen, Feen und anderen zauberhaften Wesen.

Lasst es zu, hört zu und vertieft eure Duftwahrnehmung um einen sehr intimen persönlichen Bereich.

Teil 8 – Menschen

Hier wird es jetzt praktisch. Nachdem ihr den Duft jetzt schon tief erfahren habt, kommen wir Menschen an die Reihe. Denn in einer Aromaberatung geht es nicht um uns, sondern um das Gegenüber. Also den Menschen, der mehr über Düfte erfahren möchte.

Für welche Menschen ist dieser Duft geeignet?

Kleinkinder, Kinder, Jugendliche, Erwachsene, Alte?

Erfahrt ihr den Duft eher maskulin oder feminin?

So mehr für praktisch veranlagte Menschen oder mehr für verträumte oder mehr für sinnliche oder mehr für künstlerische Personen?

Stellt euch solche Personen vor und hinterfragt, warum ihr diesen Duft dieser Gruppe zuordnet.

Teil 9 - Situationen

Das gehört schon zur Königsklasse der Aromaberatung. Ihr habt nun den Duft bestimmten Personen zugeordnet und nun kommen wir zur Situation selbst.

Für welche Situationen würdet ihr den Duft empfehlen?

Stress im Job oder Stress mit dem Partner oder Stress mit den Kindern

Person traut sich nicht, hat Selbstzweifel, das Selbstbewusstsein leidet

Ängste und Sorgen

Übermotiviert, sollte vielleicht etwas sich zurücknehmen

Ideen werden benötigt, Schöpferkraft und Kreativität

Vielleicht möchte jemand wieder Sinnlichkeit ins Leben bringen?

Es sind immer wieder so viele Dinge, die hier kommen.

Welche Situationen gehen dir mit diesem Duft gerade durch den Kopf?

In welchen Situationen hättest du diesen Duft gebrauchen können?

Stärkt der Duft in einer solchen Situation oder entspannt er die Seele?

Dufterfahrungen

Und hier schließt sich das Dufttagebuch nun wieder mit den Grundlagen, der Botanik, woher die Pflanze stammt und den gemachten Erfahrungen.

Habt ihr diese Punkte einmal mit einem Duft gemacht, erfahrt ihr viel über euch selbst und auch andere Menschen. Ihr bekommt ein Duftgerüst, mit dem ihr über den Tellerrand der Duftliteratur blicken könnt, weil ihr auf eigene Erfahrungen, vor allem eigene tiefe Sinneserfahrungen, zurückgreifen könnt.

So wird ein Duft begreifbar und er wird stimmig für euch. Bedenkt es sind eure Erfahrungen, eure Weisheiten, die ihr vertieft und erfahrt und ein anderer Mensch kann das anders sehen und wahrnehmen. Weil unsere Duftwahrnehmung sehr individuell ist, fast wie ein Fingerabdruck.

Und dennoch wird es für viele Menschen schlüssig.

Ich wünsche euch viele tolle Duftmomente!

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