Fenchelöl – Bitter oder Süß

und was hat der Fenchel mit unserem Knollengemüse zu tun?

Der Unterschied zwischen Knollenfenchel (unserem Gemüse) und dem Gewürzfenchel (aus dem das ätherische Öl entsteht)

Es amüsiert mich jedes mal, wenn ich zum ätherischen Fenchelöl die netten Bildchen von unserem Gemüsefenchel sehe. Denn die Assoziation ist immer die – eine Pflanze. Das ist jedoch weit gefehlt.

Der Knollenfenchel ist unser Gemüse und hat den botanischen Namen Foeniculum vulgare var. Azoricum. Er ist eine einjährige Pflanze, deren Knolle geerntet wird. Diese ist bereits 12 Wochen nach Aussaat erntereif und die Sorten, die es für den Gemüseanbau hier gibt, schiessen auch nicht in der Höhe nach oben, sondern die Züchtungen zielen auf die Knollenbildung ab.

Unser ätherisches Fenchelöl entsteht aus dem Gewürzfenchel – Foenicum vulgare. Dieser ist zweijährig und bildet überhaupt keine Knolle aus. Dafür wird er über 2 m hoch, hat statt einer Knolle – pfahlähnliche Wurzeln, die tief in den Boden ragen und die Stiele verholzen auch gerne. Aus den großen und gelben Blütendolden erhalten wir den Fenchelhonig, wenn Bienenstöcke im Fenchelfeld stehen und aus den Samen wird das Fenchelöl destilliert. Hauptsächlich allerdings finden wir die getrockneten Samen im Fencheltee, den wir überall kaufen können, bzw. als Küchengewürz.

Dann hört man noch vom Begriff des wilden Fenchels. Damit ist allerdings auch nur unser Gewürzfenchel gemeint, der sich eben stark weiterverbreiten kann. Und nach und nach umliegende Wiesen und Gärten erobert.

Unterscheiden tun wir den Fenchel in süß und bitter

Wo ist eigentlich der Unterschied zwischen bitterem und süßem Fenchelöl?

Auf dem Etikett ist es ja meist vermerkt, wenn nichts dabei steht, könnt ihr

a) euch was raussuchen und das halt glauben

oder b) bei der Firma nachfragen.

Wie ich immer sage, Glauben ist nicht Wissen!

Das bittere Fenchelöl wird hauptsächlich für den kommerziellen Bereich in großen Mengen produziert und für alles mögliche dann technisch verändert. Es findet sich in Hustensäften der freiverkäuflichen Arzneimitteln, Hustenbonbons, in Parfums, Kosmetikartikeln und auch in aromatisierten Tabaks.

Der große Unterschied liegt im Fenchongehalt

Fenchon gehört zu den Monoterpenketonen, also den biochemischen Inhaltsstoffen, die wirklich mit Vorsicht zu verwenden sind. Der Fenchongehalt liegt beim bitteren Fenchelöl bei ca. 18 % und im süßen Fenchelöl bei ca. 5 %. Für die pharmazeutischen Produkte muss das bittere Fenchelöl einen Mindestgehalt an 15 % Fenchon nach dem europäischen Arzneibuch enthalten.

Damit ist das süße Fenchelöl weitaus verträglicher , kann in der Aromaküche angewendet und in niedriger Dosierung auch bei Kleinkindern eingesetzt werden.

Nochmal zur Dosierung von süßem Fenchelöl bei Blähungen von Babys und Kleinkindern bis drei Jahre:

1 Tropfen Fenchel süß in 50 ml Basisöl sind für den Minibauch absolut ausreichend!

Wenn ihr bitteres Fenchelöl verwendet, empfiehlt es sich den Fenchongehalt der jeweiligen Charge beim Hersteller zu erfragen. Es versteht sich von selbst, dass die bittere Variante nicht für Babys und Kleinkinder eingesetzt werden sollte.

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