Fettsäuren und Begleitstoffe der Pflanzenöle

Für die Ernährung und auch die Verwendung in der Kosmetik ist der chemische Aufbau von Pflanzenölen und der Gehalt an unterschiedlichen Fettsäuren entscheidend. Die Fettsäuren können einfach oder mehrfach ungesättigt sein und daher sehr unterschiedliche Wirkungen auslösen.

Die Fettsäuren

Gesättigte Fettsäuren

Diese finden sich vor allem in tierischen Fetten, wie Butter, Schmalz und in den typischen Bratfetten, wie Kokos- oder Palmfett. Hier handelt es sich um Fette, die auch bei Zimmertemperatur ihre feste Konsistenz behalten, da sie einen sehr hohen Schmelzpunkt haben.

Sie sind sehr träge, wenig aktiv und wandern im Körper in unsere Depotzellen, um in Notzeiten aushelfen zu können.

Einfach ungesättigte Fettsäuren

Wenn im Pflanzenöl ein höherer Anteil an ungesättigten Fettsäuren vorliegt, dann ist es auch bei Zimmertemperatur flüssig. Und ungesättigte Fettsäuren sind für unseren Körper lebensnotwendig, also essentiell, denn diese werden für die unterschiedlichsten Stoffwechselvorgänge gebraucht und können vom Körper nicht selbst gebildet werden. Ein sehr bekannter Inhaltsstoff ist hier die Ölsäure, die z.B. im Olivenöl 75 % ausmacht. Wissenschaftlich belegt ist, dass in den mediterranen Ländern, in denen das Olivenöl hauptsächlich verwendet wird, es zu weniger Herz- und Kreislauferkrankungen kommt.

Aber das Olivenöl ist auch ein Highlight in der Hautpflege. Wir unterscheiden ja zwischen Küchen- und Kosmetikanwendung, aber das Olivenöl hat ganz besondere Vorteile für die Haut und steht durch die gesetzliche Regelung vor allem in einwandfreier Qualität zur Verfügung. Gerade für die Herstellung selbstgemachter Mazerate, also Auszüge von Pflanzen, wie Johanniskraut oder Ringelblume in einem Basisöl, ist es hervorragend geeignet.

In der Kosmetik hat es eine jahrtausendealte Tradition und pflegt besonders die trockene und rissige Haut. Allerdings darf man es nicht bei Neurodermitis verwenden. Denn gerade das Olivenöl lässt die Haut mehr Feuchtigkeit aufnehmen und speichern. Es eignet sich auch für Haarpackungen und bei schuppigen Haaren.

Zweifach ungesättigte Fettsäuren

Pflanzenöle, die unter diese Kategorie fallen, enthalten in großem Maße die Linolsäure. Die Linolsäure ist eine von zwei essentiellen Fettsäuren, die unser Körper nicht selbst bilden kann und ohne die wir nicht lebensfähig wären. Denn die Linolsäure ist lebensnotwendig für ein funktionierendes Immunsystem, einen geregelten Blutkreislauf und ist auch Bestandteil der Zellmembran, mit der sich die Zellen gegen Viren und Bakterien schützen.

Dabei enthalten die verschiedenen Pflanzenöle unterschiedliche Gehalte in der Linolsäure. Das Pflanzenöl mit dem höchsten Gehalt ist das Distelöl mit ca. 75 % Linolsäure, gefolgt vom Sonnenblumenöl mit 65 % Linolsäure.

Ein wichtiger und sehr hautpflegender Vertreter in dieser Gruppe ist das Sesamöl. Es enthält ca. 42 % Ölsäure und einen Anteil von 45 % Linolsäure. In seinem Heimatland Indien ist es das Hautpflegeöl überhaupt. Eigentlich gehört es in jede Körperölmischung zur Entschlackung oder in die Frühjahrskur hinein, weil es als einziges Pflanzenöl Giftstoffe, die sich im Fettgewebe ablagern, herauslösen kann. Es schützt die Haut vor zeitiger Alterung und stärkt das Immunsystem. Als durchblutungsförderndes Öl darf es aber bei sehr entzündlicher Haut und auch bei Neurodermitis nicht eingesetzt werden.

Dreifach ungesättigte Fettsäuren

Pflanzenöle, die zur Linolsäure auch noch die dreifach ungesättigten Fettsäuren enthalten, sind wahre Kostbarkeiten. Und so sollten sie auch genutzt werden, denn aufgrund ihrer Inhaltsstoffe sind sie nicht lange haltbar. Der Inhaltsstoff hinter dem sich die dreifach ungesättigten Fettsäuren verbergen ist die Linolensäure. Sie greift sehr schnell in den Stoffwechsel des Körpers ein, ist entzündungshemmend und gerade für die Allerkleinsten wichtig, denn die Linolensäure beeinflusst die Gehirnentwicklung beim Kind. So kann ein Mangel an Linolensäure zu Lernstörungen führen.

Ein großer Vertreter ist hier das Leinöl mit einem Gehalt von 58 % Linolensäure. Aber ein wichtiges Pflanzenöl in der Ernährung und in der Hautpflege ist das Hanföl. Seine Besonderheit liegt nicht nur an den 56 % Linolsäure und 20 % Linolensäure, es hat auch den äußerst seltenen Inhaltsstoff der alpha- und gamma-Linolensäure. Diese Stoffe sind besonders für den Hormonhaushalt wichtig und werden normalerweise von einem gesunden Körper aus der Linolsäure gebildet. Aber bei Hauterkrankungen, wie der Neurodermitis ist dies nicht möglich und so kann man mit innerlichen Einnahmen des Hanföles hier eine positive Wirkung feststellen.

Aber auch das Nachtkerzenöl ist reich an der gamma-Linolensäure und wirkt direkt auf den Hormonhaushalt ein. Und gerade in stressigen und hektischen Zeiten hat sich die innerliche Einnahme von Nachtkerzenöl kurweise genommen bewährt. Denn mit ihr ziehen Ruhe und Gelassenheit wieder in den Alltag ein. Auch bei vielen Hautproblemen ist das Nachtkerzenöl sehr hilfreich, denn es hat entzündungshemmende, hautregenerierende und juckreizstillende Eigenschaften.

Die Begleitstoffe in den Pflanzenölen

Die Begleitstoffe kommen zwar nur in Spuren vor, meist in einem Gehalt zwischen 0,2 - 2 % der gesamten Inhaltsstoffe. Und trotzdem erfüllen sie vielfältigste Wirkungen auf den Körper. Zu den wichtigsten Begleitstoffen gehören:

Flavonoide (Farbstoffe) stärken das Immunsystem und fördern die Wachstums- und Erneuerungsprozesse der Haut. Vitamin E (Tocopherol) stärkt Herz-, Kreislauf- und Nervensystem und schützt vor Freien Radikalen. Carotinoide (z.B. Provitamin A) regenerieren und schützen die Haut vor Alterung. Lecithin senkt den Cholesterinspiegel und lässt die Haut wieder wunderbar geschmeidig werden.

Und so wird verständlich, dass ein hochwertiges Pflanzenöl eine Kostbarkeit ist, dass auch gewisse Einkaufsregeln braucht. Es empfiehlt sich Öle, die einen sehr hohen Anteil an ungesättigten Fettsäuren haben, möglichst in kleinen Mengen einzukaufen. Denn gerade sie haben nur eine bedingte Haltbarkeit, meist auch nur von wenigen Wochen. Das einmal geöffnete Pflanzenöl sollte immer wieder gut verschlossen und lichtgeschützt aufbewahrt werden. Wenn Sie größere Mengen an Pflanzenölen einkaufen, empfiehlt sich es, je nach Verbrauch, das Pflanzenöl in eine kleinere Flasche dann umzufüllen.