Imbolc-Impuls – das göttliche Licht

Meine Schwiegermama ging an Maria Lichtmess immer in ihre Kirche, es war im Kirchenjahr wohl der schönste Kirchgang für sie. Der Einzug in die vollkommen dunkle Kirche in der Nacht, das Anzünden der heiligen Flamme und die Segnung der Kerze durch den Pfarrer und das anschließende Ritual, wo sich jeder Kirchgänger an der heiligen Flamme seine eigene Kerze entzündete. Die Kirche war dann nur durch den Kerzenschein erleuchtet und die brennende Kerze wurde kostbar nach Hause getragen. So zog das göttliche Feuer in das Haus meiner Schwiegermama ein.

So ähnlich muss es auch vor Jahrtausenden gewesen sein, als die Schamanen und Druiden, die heiligen Feuer entzündeten und jeder sich vom heiligen Feuer etwas Glut oder einen brennenden Scheit nahm und die Göttlichkeit des Lichtes mit nach Hause an sein Herdfeuer nahm. Denn Licht ist göttlich, es durchdringt uns, nährt die Seele und das Herz. Erst wenn tagelang das Licht fehlt, durch Dunkelheit, Nebelschwaden, wird uns bewusst, was Tageslicht (kein Kunstlicht oder brennende Kerzen) eigentlich bedeuten. Es ist die Göttlichkeit, der Funken, der die Natur nach dem dunklen Winter, der Starre und Kälte erwachen lässt und uns aus Lethargie und Antriebslosigkeit befreit. Nicht umsonst sind wir im Frühjahr, Sommer und Herbst meist aktiver als im dunklen und kalten Winter.

Das ist Imbolc – die Gewissheit, dass die Tage nun spürbar länger werden, die Sonne zu ihrer ursprünglichen wärmenden Kraft findet und die Natur sich im Aufblühstart befindet. Auch wenn der Februar uns immer noch fest mit Eis, Schnee und Kälte im Griff hat, sehen wir bereits die ersten grünen Anzeichen in der Natur. Schneeglöckchen, die sich durch den Schnee schieben und blühen, Huflattichblüten, deren gelbe Sonnensignatur, strahlend von weitem die Kargheit des Bodens in einen blühenden Teppich verwandeln oder wie ihr auf dem Bild seht, der erste Holunderspross, gestern morgen entdeckt, noch mit Rauhreif überzogen.

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