Pflanzen-Urkraft Räuchermischung

aus der Serie Keltischer Jahreskreis

Lugnasad (Kräuterbuschen)

Der Monat August ist die Zeit der Ernte. Alles was im Frühjahr gesät, gehegt und gepflegt wurde, ist jetzt erntereif. Das Korn auf den Feldern taucht die Landschaft in ein goldenes Licht. Himbeeren und Brombeeren warten auf Naschkatzen und Obst, wie Aprikosen, Zwetschgen und Äpfel stehen in voller Reife. Viele Kräuter erhalten erst jetzt ihre heilkräftigsten Inhaltsstoffe.

Für unsere Vorfahren war der August ein sehr arbeitsintensiver Monat, da es zu ernten, einlagern und weiterverarbeiten galt, was die Natur hergab. Aber er bot allen einen reich gedeckten Tisch bevor die dunkle Jahreszeit und mitunter auch der Hunger die nächsten Monate regierte.

Es ist die Zeit des Umbruchs, denn was in voller Reife steht und geerntet wird, kommt dieses Jahr nicht mehr wieder. Bei den Kelten wurde das Erntefest Lugnasad genannt. Wolf-Dieter Storl schreibt im Buch "Hexenmedizin" (Seite 23): "Die Kelten nannten ihn Lugh, den klugen, geschickten Gott, den "Meister aller Künste", der mit seiner Glut und seiner Klugheit alles zur Reife zur Vervollkommnung bringt. Er symbolisiert das sich neigende Jahr, den Westen, wo die Sonne in roter Glut untergeht. Er ist aber auch der Vollender, der dem grünen, sprossenden Leben mit seiner Glut ein Ende bereitet."

Und so wurde zum Augustvollmond ein Feuerfest, bei dem riesige Holzstöße verbrannt wurden, gefeiert. Bei den Inselkelten galt hier drei Tage lang ein Wasserverbot einzuhalten. Es durfte sich drei Tage lang nicht gewaschen werden und auch das Fischen war verboten. Die letzte Garbe geschnittenes Korn wurde als Kornkönig oder Getreidewolf ins Dorf gebracht und für eine gute Ernte im nächsten Jahr geopfert.

Hinter der Symbolik des Getreidewolfes steht die Arnika (Arnica montana). Denn sie trägt das wilde Wesen des Wolfes in sich und wird auch Wolfsauge, Wolfsgelb oder Wolfesgelega genannt. Der Name kommt von ihren Blüten, die wie die Wolfsaugen das Sonnenlicht widerspiegeln. Am Johannistag steckten die Bauern Arnika um die Felder, um den Korndämon, den Kornwolf im Feld gefangen zu halten. Der Kornwolf stand für die Kraft des Feldes, den Geist des Kornes und die Energie, die das Getreide zum Reifen brauchte. Wenn diese Kraft verschwand, verdörrte das Getreide und es gab keine Ernte. Aber das Arnika, als Wolfspflanze, hinderte den Kornwolf daran, das Feld zu verlassen. Später bei der Ernte schlüpfte der Kornwolf in die letzte geschnittene Garbe des Feldes.

Und aus den ersten Broten, die aus dem neuen Korn gebacken wurden, wurden Gebildebrote und Sinngebäck hergestellt, denen man das Aussehen eines Sonnenrades, Sterns oder anderer symbolischer und mythischer Formen gab.

Es war auch die Zeit, den Kräuterbuschen zu binden. Ein Brauch, der sich in vielen ländlichen Regionen noch erhalten hat und jetzt wieder neu auflebt. Viele sammeln Blumen aus dem Hausgarten, Heilkräuter, Getreide und Früchte und binden diese zu einem bunten Strauch, der auf den Altar gestellt und mit einem Segensgebet geweiht wird.

Die Wurzeln der Kräuterweihe reichen weit zurück in die keltische Zeit, bevor die christliche Missionierung das Brauchtum der weisen Frauen und Schamanen unter ihre Führung stellte. Zuerst wurden mit diesem Kräuterbusch Natur- und Erntedankfeste gefeiert und es wurde verschiedenen Göttern damit gehuldigt. In der Synode von Liftinae wurde 743 n. Chr. durch den Missionar Bonifatius das Sammeln für den Kräuterbuschen kirchlich verboten. Bonifatius war es auch, der die heiligen Bäume der Kelten fällen ließ. Aber da dies nichts nutzte und die Frauen weiterhin ihre Kräuter sammelten, wurde der Kräuterbuschen unter den Segen Marias gestellt; denn die Kräuter stellten die Hausapotheke im Winter dar.

Seither erteilt die Kirche den Segensspruch, besprengt die blühenden Kräuter mit Weihwasser und lässt verkünden, der Kräuterbuschen stelle die Blumen dar, welche die Jünger im Grabe Marias anstelle des Leichnams vorgefunden haben. Aus diesem Grund beginnt an Maria Himmelfahrt, dem 15. August die wichtigste Kräutersammelzeit im Jahresverlauf.

Es ist der Tag an dem die Jungfrau Maria in den Himmel aufgenommen wurde und die Zeit, an der die Kräuter ihre höchste Heilkraft innehaben. Nur so erklärt sich der Zusammenschluss der christlichen Kirche und dem „heidnischen“ Kräutersammeln.

Heute ist Maria Himmelfahrt in den kirchlichen Festen untrennbar mit den Würzwischen, Kruutwöschen und allerlei anderen regionalen Namen für den Kräuterbuschen verbunden. Es ist noch immer ein magischer, naturverbundener und archaischer Vorgang in die Natur zu gehen, die Pflanzen für den Buschen zu suchen, zu ernten und zu binden. Der nächste Schritt ist den Buschen zu segnen. Denn nur mit dem göttlichen Zuspruch erhalten die Kräuter auch die Gaben für die spirituelle Heilung. Und so können wir die Zusammenhänge zwischen Natur, Heil und Heilung neu zu entdecken.

In früheren Zeiten war der Kräuterbuschen eine heilige Hausapotheke mit großer Kraft. Nur deshalb bestand die Anzahl an Pflanzen im Buschen aus einer bestimmten Anzahl an heiligen und magischen Zahlen. Es mussten mindestens 9, 12, 15 oder 19 Pflanzen darin sein. Es gab allerdings auch mächtige Buschen mit 77 verschiedenen Kräutern.

Gerade die Zahl 9 ist eine uralte magische Zahl. Denn in der Zahlenmagie symbolisiert die Neun den göttlichen Ursprung und die Vollendung. So steht die Sonne im August in ihrer Vollendung am Himmel und die Kräuter besitzen nun ihre vollendete sonnengereifte Kraft.

Der Kräuterbuschen wurde nach der Segnung nach Hause getragen und bekam seinen Platz in der guten Stube, wo er für alle sichtbar war. Er wurde mit den Blüten nach unten aufgehängt und konnte so trocknen. Damit wurde dann nicht nur bei heftigen Unwettern, Verzauberungen, Beschreiungen, sondern auch für eine glückliche Ehe, Kindersegen oder eine bevorstehende Geburt etwas abgezupft und verräuchert. Ebenso gab man den Tieren auf dem Hof etwas vom Kräuterbuschen ins Futter, damit sie vor Krankheiten und Verschreien geschützt waren.

So wurden je nach Anlass die verschiedensten Kräuter in den Buschen gegeben, gebunden und geweiht. Und das richtige Ritual beim Pflücken war entscheidend, denn die Kräuter für den Buschen wurden vor Sonnenaufgang gepflückt und die Frau sollte unbekleidet dabei sein, zumindest barfuß und ohne störenden Gedanken beim Pflücken. Auch wurden die Kräuter weder mit einem Messer noch mit einer Schere gepflückt, denn vom Eisen glaubte man, dass es den Pflanzen ihre Kraft rauben würde.

Vielleicht bietet sich ja für den ein oder anderen die Gelegenheit sich einen Kräuterbuschen zu binden und vom getrockneten Buschen in den kommenden Herbststürmen zu räuchern und damit dem inneren Wetter zu trotzen und sich in den dunklen Tagen an die heißen und sonnigen Momente des Sommers zu erinnern. So ergibt sich eine wunderbare Seelenpflege, die auch die Raumluft energetisiert und desinfiziert und so gleichzeitig auch das Immunsystem stärkt.

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