Pflanzen-Urkraft Räuchermischung

aus der Serie Keltischer Jahreskreis

Wintersonnenwende

Weihnachten ist für viele von uns ein christliches Fest. Aufgewachsen und geborgen im kirchlichen Glauben feiern wir in unseren Breitengraden die Geburt Christi, ein Fest der Freude, der Hoffnung, der Versöhnung und des Lichtes. Aber dieser kirchliche Brauch Weihnachten zu feiern, ist viel älter als die Kirche selbst. Er geht auf den Sonnenkult der Kelten zurück, die mit der Wintersonnenwende den Sieg des Lichtes über die Dunkelheit der Nacht feierten.

In diesem Sonnenkult gebar die große Göttin tief in der Erde, in der stillsten aller Nächte, das immer wieder kehrende Sonnenkind. Und so war die Geburt des Lichtes in der längsten Nacht des Jahres schon immer Anlass für unsere Vorfahren, mit magischen Zeremonien die Wiedergeburt des Lichtes zu beschwören. Und hier haben die wilden und geweihten Nächte und unsere Adventsbräuche ihre tiefsten Wurzeln.

Da die Menschen von ihren heidnischen Bräuchen nicht lassen und somit auch nicht missioniert werden konnten, wurden die christlichen Feste auf die besonderen "Feiertage" des Sonnenkultes gelegt. Und so feiern wir erst seit Mitte des 4. Jahrhunderts die Geburt Jesu am 24. Dezember, die vorher an einem ganz anderen Tag gefeiert wurde. Aber auch andere christliche Feste wurden einfach über die Keltenfesttage gestülpt. Heute feiern wir Maria Lichtmess genau an dem Tag, an dem früher das Fest der Lichtgöttin Brigit war, Ostern und Pfingsten wurden auf die Frühlingstagundnachtgleiche und Beltane gelegt, Johannis übernahm das Fest des Sonnengottes und aus Samain, dem Totenfest am 01. November wurde Allerheiligen. Dies erklärt, warum wir uns manchmal mit den christlichen Feiern so schwer tun, weil viele der alten Bräuche, wie z.B. die Kräuterweihe oder das Räuchern in den Rauhnächten doch nicht so ganz mit der Symbolik ins kirchliche Jahr passen.

Die alten keltischen Feste orientierten sich am Mondrhythmus und waren somit beweglich. Erst später mit der Einführung des römischen Kalenders wurden die festen Tage daraus. Dabei war Samain, das Totenfest, der Beginn des neuen Jahres. Aber die Neujahrsfeiern waren bis ins 17. Jahrhundert flexibel und erst Papst Innozenz XII. setzte 1691 den Jahreswechsel auf den 1. Januar fest.

Nachdem der November die dunkle und kalte Jahreszeit eingeleitet hat, kommt jetzt im Dezember der Glanz in unsere Wohnungen und Häuser. In früheren Zeiten wurden viele Lichtfeste gefeiert und nicht umsonst schmücken wir in der Adventszeit unser Zuhause mit Kerzen und beleuchteten Fenstern. Wenn wir durch die dunklen Straßen laufen, tut es einfach gut, ein warmes Licht in der Dunkelheit zu sehen. Denn das warme Kerzenlicht und auch die erleuchteten Fenster erhellen unsere Seele, erinnern an die Sonne, die doch bald wiedergeboren wird und der Jahreskreislauf beginnt von Neuem.

Weihnachten gehört zu den schönsten, aber leider mittlerweile auch kommerziellsten Feste im Jahresverlauf. Alles drängt sich voller Hektik und Unruhe auf den 24. Dezember hin und nur die allerwenigsten Menschen schaffen es, in dieser Zeit Besinnlichkeit und Ruhe zu erleben.

Viele Sagen, Legenden, Aberglaube und Magie ranken sich um die Wintersonnenwende. Es ist die Zeit des Wechsels und des Umbruchs und die Zeit eines Kampfes des Lichtwerdens mit der Dunkelheit. Denn jetzt noch im tiefsten Dunkel verborgen, beginnt bereits das neue Licht zu keimen.

Viele unserer liebgewordenen Weihnachtsbräuche gehen auf die keltischen Bräuche zurück. Auch in unserem Adventskranz spiegelt sich das wieder. Denn der Kranz symbolisiert das Zusammenfallen von Anfang und Ende des Jahres und spiegelt das ewige Auf und Ab der Natur wieder. Das Tannengrün symbolisiert die Fruchtbarkeit und die Anzahl der Kerzen - nämlich vier - stehen für die vier Wochen des Mondes, für die Jahreszeiten und versinnbildlichen den Jahresrhythmus, der Elemente und den vier Himmelsrichtungen. Das Kerzenfeuer aber steht für das Sonnenlicht, welches immer spärlicher brennt, um dann in neuem Glanz zu strahlen. Denn in alten Zeiten wurden am Adventsbeginn alle vier Kerzen angesteckt und dann mit jeder Woche eine weniger, als Symbol für das abnehmende Sonnenlicht. Erst am Tag der Wintersonnenwende wurden alle vier Kerzen entzündet. Heute zünden wir die Kerzen umgekehrt an.

Und so haben das Feuer im Kamin, die Weihnachtsplätzchen auf dem Tisch, der Adventskranz und unser Weihnachtsbaum eine alte keltische Bedeutung. Das Feuer als mythische Kraft vertreibt dabei die Dunkelheit und Kälte und besiegt auch letztendlich den mythischen Tod und die Dämonen der Finsternis. Geräuchert wurde traditionell mit Pflanzen, die die Sonnensignatur in sich tragen.

Aber was zeichnet eine Pflanze als Sonnenpflanze aus? Unsere Vorfahren prägten den Begriff der Signaturen. Die Signaturenlehre ist so alt wie die Menschheit, aber kein Labor oder Analytiker kann damit etwas anfangen. Es ist eine sinnlich und intuitive Lehre, die bestimmte Pflanzen mit ihren Heilkräften in Verbindung bringt mit Astrologie, Heilkunde und altüberlieferten Sichtweisen. So haben Sonnenpflanzen meist gelbe bis rote Blüten oder Pflanzensäfte, sonnenhafte Blatt- und Blütenformen, Blüten, sie sich mit der Sonne öffnen und schließen oder sich im Tagesverlauf nach der Sonne ausrichten und man findet sie meist an sonnigen und trockenen Plätzen.

Solche Sonnenpflanzen hellen unsere Stimmung in düsteren Zeiten auf und sind einfach ein schöner Balsam für die Seele, Geist und Körper. Gerade, wenn sich in der jetzigen Jahreszeit die Sonne mal wieder über Tage und Wochen nicht blicken lässt oder in bestimmten Regionen monatelang der Winter herrscht, dann verdunkelt sich meist auch unser inneres Licht und das innere Feuer erlischt. So sind dann unsere Abwehrkräfte geschwächt, seelische Tieflagen lassen nicht lange auf sich warten und Erschöpfung macht sich breit.

Und so sollten wir die Stille und auch die Kälte des Winters für eine Rückbesinnung auf unser Leben nehmen und den Jahreswechsel dazu nutzen, aufeinander zuzugehen, miteinander zu feiern und sich gegenseitig Glück zu wünschen.

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