Honigextrakt bei Zecken

Es ist wieder Zeckenzeit. Wer einen Hund hat, kennt das ja. Die müssen wirklich überall ihr Schnäuzchen reinstecken und meist dann noch im hohen Gras, Gebüsch und wirklich undurchdringliches Dickicht. So werden dann die Zecken eingesammelt.

Bei unserem weißen Schäferhund haben wir ein Problem weniger, man sieht die Dinger im weißen Fell sofort krabbeln und kann sie gleich entfernen. Dieses extrem lange, feine und sehr dichte Fell ist auch für Spot on – Präparate ziemlich ungeeignet, da man ein solches nicht auf die Haut bekommt und der meiste Teil davon im Fell wirkungslos versickert. Mal abgesehen davon, dass ich solche Präparate ablehne. Das Kokosöl dagegen verklebt sofort das feine Haar an der Oberfläche, somit erreicht das Kokosöl nicht wirklich alle Stellen beim Aufbringen, wobei man dann mehr an Kokosöl benötigt, die Optik ist total ungepflegt und unser Schatz findet das Kokosöl auch nicht wirklich prickelnd.

Beim Recherchieren bin ich bei der TU Dresden gelandet, die hier https://tu-dresden.de/tu-dresden/newsportal/news/wie-zecken-halt-finden-forscher-der-tu-dresden-und-der-kieler-universitaet-untersuchten-haftmechanismen-von-zecken - den Haftmechanismus von Zecken an diversen Oberflächen untersucht haben. Im Bericht gibt’s auch einen Link zur ausführlichen Studie (in Englisch). Zitat: „Voigt und Gorb konnten in ihren Inversions-, Zentrifugal- und Zugkraftexperimenten nachweisen, dass die Haftkraft auf Silikonabdrücken der Haut und auf mikro-rauen Kunstharzoberflächen deutlich geringer ist.“

Bei dem Begriff Kunstharzoberflächen, dachte ich mir, wie es sich wohl mit Baumharzen verhält. Kunstharzoberflächen sind sehr glatte Flächen, während Baumharze, das genaue Gegenteil, eine sehr klebrige Masse sind, an denen Kleinlebewesen einfach bewegungslos haften bleiben. Bäume wehren sich mit ihrem Harz gegen Eindringlinge, wie z.B. Käfer. Zecken z.B. meiden stehendes und fließendes Gewässer, ja sie können im Wasser überleben, kommen aber nicht aus eigener Kraft raus. Das kann man sich zu Nutze machen, wenn man mehrere krabbelnde Zecken aus dem Hundefell entfernt und Schnüffi ungeduldig ist. Waschbecken mit etwas Wasser befüllen, die Zecken mitten reinsetzen, da krabbelt nichts mehr raus. Um die Zecken kann man sich dann in Ruhe hinterher kümmern. Ebenso wird der Hund nicht von Zecken befallen, wenn er vorher schwimmen war, das klatschnasse Fell ist für Zecken uninteressant.

Aber zurück zur Theorie, welche Harze kommen in Frage? Aus unseren einheimischen Baumharzen wird Terpentin hergestellt, das riecht nicht gerade lecker, deswegen gibt es in unserer Duftwelt eine Vielzahl an einheimischen Baumdüften gewonnen aus Zweigen und Nadeln, allerdings nicht aus dem Harz. Aber da gibt es noch was Klebriges und Wohlriechendes – den Honigextrakt.

Seit letztem Sommer bin ich im Experimentiermodus und habe bisher mit dem Honigextrakt sehr gute Erfahrungen gemacht. 5 Tropfen Honigextrakt in 50 ml Mandel- oder Jojobaöl gemischt, etwas vor dem Gassigehen auf die Handfläche gegeben und den Hund damit an den betreffenden Stellen - Kopf, Brust, Bauch, Beine damit eingerieben. Mandel- oder Jojobaöl lassen sich im langhaarigen Fell viel feiner verteilen als Kokosöl und es verklebt das Langhaarfell nicht.

Das Resultat war bei uns vielversprechend, denn oft kommen wir ganz ohne Zecken nach Hause und wenn Zecken, dann nur max. 1 – 2 anstatt 8 – 10 der üblichen Ausbeute. Honigextrakt gelöst in einem fetten Öl, kann eine Alternative zum Kokosöl und anderen Düften, die hier oft empfohlen werden (wie z.B. Atlaszeder, Patchouli, Rosengeranie) sein. Ich kann hier nur über meine Erfahrungen im letzten Sommer und jetzt aktuell schreiben, da ich zum Thema Zecken und klebrigen Honig bisher keinerlei Infos gefunden habe.

Wichtig ist, dass die Hundenase entscheidet, welchen Duft ihr in der Tier-Aromatherapie verwendet. Dafür einfach 1 Tropfen des Duftes auf ein Taschentuch geben, auf den Boden legen und einfach schauen, wie der Hund darauf reagiert. Unser Schatz mag den Honigduft sehr, das merkt man daran, dass er gerne nach der Einreibung über die Hände schleckt, wo das Öl noch anhaftet. Er kommt auch immer gleich angetrabt, wenn sein Fläschchen geöffnet wird, während beim Öffnen der Muskatellersalbeiflasche er fluchtartig den Raum verlässt.

Für Katzen bitte auf keinen Fall ätherische Öle anwenden! Die Empfehlung ist nur für Hunde gedacht.

Mehr über den Honigextrakt erfahrt ihr in der Enzyklopädie der Düfte, der hier nicht nur gut wirkt, sondern auch sehr hautpflegend und -regenerierend ist und mit dem man wunderschöne Gesicht-, Körper- und Massagemischungen herstellen kann.